Eins der wirklich von mir erwarteten Dinge im Herbst ist auch die “Muschelzeit”! Ich war wahrscheinlich eines der wenigen Kinder, die schon recht früh Muscheln mochten. Ansonsten ist es ja nicht gerade ein Kinderlieblingsgericht! Auch einige Erwachsene tun sich ja schwer mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Aussehen der Muschel! Da gilt die Devise: Nicht zu lange und genau hinsehen, bevor man sie isst!
Für mich ist hauptsächlich der Muschelsud das Wichtige an diesem Gericht. Es riecht einfach wunderbar! Allerdings ist es auch nicht ganz einfach diesen sehr gut hinzubekommen! Dass ich Muscheln selber gekocht habe, ist eigentlich aus der Not heraus erwachsen. Das Restaurant, in dem ich genau die Muscheln bekam, die ich am liebsten möchte, schloss seine Pforten! Nach sehr vielen Muchelproben in anderen Restaurants, die leider nicht im Ansatz das gewünschte Ergebnis hatten, beschloss ich solange zu experimentieren, bis mein Muschelsud genauso schmeckte, wie in meinem ehemaligen Lieblings-Muschel-Restaurant! Und es gelang! Im ANhang findet Ihr das hart erkämpfte Rezept!
Aber ich muss trotzdem sagen, dass es mir sehr fehlt, im Herbst nach einem Spaziergang durch den Schlosspark in das sehr gemütliche Lokal einzukehren und die heissen Muscheln zu geniessen. Eine schöne Kerze auf dem Tisch, ein Bierchen oder Rotwein dazu, schöne Musik und dann dieden dampfenden Topf serviert zu bekommen, war einfach super gemütlich - vor Allem, da man aufgrund des Chili-Anteils im Sud danach bedenkenlos in die Kälte gehen konnte ohne zu frieren.
Und genau das ist es doch, was uns den Herbst und Winter so gemütlich erscheinen lässt. Der Gegensatz! Das Ying und Yang Prinzip, das das Eine nicht ohne das Andere existiert und wir es nicht wertschätzen können. Wie herrlich empfinden wir die warme Stube, die Badewanne, die Sauna, das Kaminfeuer, die Maronen, den Tee, den Glühwein oder den heissen Kakao, wenn wir nach einem Spaziergangdurch die Kälte wieder heimkommen oder ins Gasthaus. Und es ist auch ein Zeichen positiver Gedanken, wenn wir jeder Jahreszeit das Beste abgewinnen können. Der November ist bestens geeignet, dass wir mal nach innen gehen, nicht nur räumlich gesehen, sondern in uns selbst. Und so wie die Sonne auch hinter den dicksten Wolken immer scheint, so ist auch in unseren dunkelsten Nächten das Licht immer in uns! Der November schenkt uns Zeit für uns selbst und für das liebevolle Zusammensein mit dem Partner, den Kindern oder einer anderen liebevollen Gemeinschaft Gleichgesinnter!
Muscheln à la Beate
Zutaten:
1-2 kg Mies-Muscheln
6 grosse Zwiebeln
6 grosse Tomaten
4 EL Tomatenmark
je 2 Stängel Rosmarin und Thymian
4 EL Tomatenmark
je 2 Stängel Rosmarin und Thymian
2-4 Knoblauchzehen
1-2 rote Chilischoten
¼ Zitrone
½ Flasche trockenen Weisswein
1 Paket Muschelgewürz
1 Glas Fischfond
Lorbeerblätter
4-6 Scheiben Vollkornbrot oder Baguette
Butter
Zubereitung:
Zwiebeln und Tomaten in dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Zusammen mit dem kleingeschnittenen Knoblauch, Rosmarin, Thymian, Tomatenkark und den in dünne Scheiben geschnittenen Chilischoten im Topf anschwitzen, bis alles weich und leicht verkocht ist. Dann das Gewürz, den Weisswein und den Fischfond dazugeben. Die Zitrone in Scheiben schneiden und mit den Lorbeerblättern dazugeben.
Das Ganze mindestens eine ¾ Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen, wenn es länger köchelt ist das kein Problem.
Die Muscheln waschen und die geöffneten entfernen. Dann in den Sud geben und bei geschlossenen Deckel ca. 10 min kochen, bei mittlerer Hitze. Falls schon vorher alle Muscheln geöffnet sind, sind sie früher fertig!
Die geschlossenen Muscheln entfernen und wegwerfen. Servieren!
Die Scheiben Vollkornbrot kräftig mit Butter bestreichen, möglichst gesalzener Butter und zu den Muscheln reichen!
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